Mai 2026  ·  Jan Hertel  ·  ca. 7 Min. Lesezeit

Seit dem 14. Oktober 2025 ist es offiziell: Microsoft liefert für Windows 10 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Der Computer läuft zwar weiter wie gewohnt – aber neu entdeckte Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Viele Menschen im Rhein-Sieg-Kreis fragen uns gerade: „Muss ich jetzt einen neuen PC kaufen?" Die Antwort lautet: nicht unbedingt. Es gibt mehrere Wege, und welcher passt, hängt von Ihrem Gerät und Ihrer Nutzung ab.

Warum das Support-Ende wirklich ein Thema ist

Ein PC ohne Sicherheitsupdates wird nicht von heute auf morgen unbenutzbar. Das Risiko steigt aber schleichend: Jede Lücke, die nach Oktober 2025 bekannt wird, bleibt auf Windows 10 dauerhaft offen. Angreifer wissen das und nehmen veraltete Systeme gezielt ins Visier. Besonders heikel ist das, wenn Sie mit dem Gerät Online-Banking machen, E-Mails bearbeiten oder – im Betrieb – Kundendaten verarbeiten.

Kurz gesagt: Windows 10 funktioniert weiter, ist aber zunehmend angreifbar. Es gibt keinen Grund zur Panik – aber Sie sollten in den nächsten Monaten eine bewusste Entscheidung treffen, statt das Thema auszusitzen.

Ihre vier Optionen im Überblick

1. Kostenloses Upgrade auf Windows 11

Wenn Ihr Gerät die Anforderungen erfüllt, ist das Upgrade auf Windows 11 kostenlos. Voraussetzung sind unter anderem ein sogenannter TPM-2.0-Chip und ein relativ aktueller Prozessor. Grob gilt: Computer ab etwa Baujahr 2018 sind oft tauglich, ältere meist nicht. Ob Ihr konkretes Gerät passt, lässt sich in wenigen Minuten prüfen – Microsoft bietet dafür die „PC-Integritätsprüfung" an.

Wenn das Upgrade möglich ist, ist es in der Regel der einfachste und günstigste Weg. Wichtig ist nur: vorher ein vollständiges Backup anlegen.

2. Einen neuen Computer anschaffen

Ist Ihr PC schon sieben, acht Jahre oder älter, lohnt sich das Upgrade oft nicht – selbst wenn es technisch ginge. Ein neues Gerät ist dann meist die wirtschaftlichere Lösung, weil es schneller läuft und wieder viele Jahre Updates bekommt. Für normale Büro- und Internetnutzung muss es kein teures Gerät sein.

Der wichtigste Punkt beim Umstieg: Alle Daten, E-Mails, Passwörter und Programme sollen sauber übernommen werden. Genau das ist eine unserer häufigsten Aufgaben – wir richten den neuen PC ein und übertragen alles vom alten Gerät.

3. Extended Security Updates (ESU) – Zeit kaufen

Microsoft bietet auch für Privatnutzer ein kostenpflichtiges Programm an, das Windows 10 noch eine begrenzte Zeit mit Sicherheitsupdates versorgt. Das ist eine sinnvolle Überbrückung, wenn Sie kurzfristig keinen neuen PC kaufen möchten oder können. Es ist aber ausdrücklich eine Übergangslösung, keine Dauerlösung – am Ende der ESU-Frist stehen Sie wieder vor derselben Entscheidung.

4. Umstieg auf Linux

Für ältere Geräte, die für Windows 11 zu schwach sind, kann ein Linux-System eine erstaunlich gute zweite Lebensphase ermöglichen. Moderne Linux-Varianten laufen auch auf älterer Hardware flott und erhalten weiterhin Sicherheitsupdates. Das eignet sich besonders, wenn der PC vor allem für Surfen, E-Mail und Dokumente genutzt wird. Bei spezieller Windows-Software oder bestimmten Branchenprogrammen ist Linux dagegen oft keine Option – das sollte man vorher ehrlich prüfen.

Welche Option passt zu Ihnen?

Als grobe Orientierung:

  • PC ab ca. 2018, läuft gut: Upgrade auf Windows 11 prüfen
  • PC älter als ca. 7 Jahre, ohnehin langsam: neues Gerät, Daten übernehmen
  • Sie brauchen noch ein paar Monate Zeit: ESU als Überbrückung
  • Älteres Zweitgerät, nur Surfen & E-Mail: Linux als sparsame Alternative

Tipp für Betriebe: Prüfen Sie nicht nur einzelne PCs, sondern den ganzen Bestand. Oft ist ein Teil der Geräte Windows-11-fähig und ein Teil nicht – ein gestaffelter Austauschplan verteilt die Kosten und vermeidet, dass plötzlich alles auf einmal getauscht werden muss.

Was Sie auf keinen Fall vergessen sollten

Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden – legen Sie vorher ein vollständiges Backup an. Bei jedem Upgrade und jedem Geräteumzug kann etwas schiefgehen, und Fotos, Dokumente oder Geschäftsunterlagen sind nicht ersetzbar. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Sicherung wirklich vollständig ist, lohnt sich vorab ein kurzer Blick darauf.

Unsicher, was für Ihren PC sinnvoll ist? Wir prüfen Ihr Gerät, sagen Ihnen ehrlich, ob sich ein Upgrade lohnt, und übernehmen auf Wunsch den kompletten Umstieg – im Rhein-Sieg-Kreis und Umgebung. Jetzt kostenlos anfragen →

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