Mai 2026  ·  Jan Hertel  ·  ca. 6 Min. Lesezeit

Diese Frage bekommen wir oft – von Hausbesitzern in Troisdorf, Siegburg, Hennef und dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis. Die kurze Antwort: In den allermeisten Fällen ja, eine PV-Anlage rechnet sich. Aber es kommt auf die Details an. Hier sind die wichtigsten Faktoren, die wir aus der Praxis kennen.

Sonnenstunden im Rhein-Sieg-Kreis: besser als gedacht

Viele glauben, Deutschland sei für Solarenergie zu nördlich – das stimmt für Bayern vielleicht nicht, aber für NRW schon. Tatsächlich liegen Troisdorf und die Region bei rund 1.000 bis 1.150 Sonnenstunden pro Jahr. Das ist zwar weniger als im Süden Deutschlands (~1.300–1.500 h), aber für eine wirtschaftliche PV-Anlage vollkommen ausreichend.

Eine 10 kWp-Anlage erzeugt hier im Jahr typischerweise ca. 9.000 bis 10.500 kWh Strom – das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von 3–4 Personen in einem normalen Haushalt.

Faustregel: Pro kWp installierter Leistung dürfen Sie im Rhein-Sieg-Kreis mit rund 900–1.000 kWh Jahresertrag rechnen. Eine 10 kWp-Anlage erzeugt also etwa 9.000–10.000 kWh im Jahr.

Amortisation: Wann rechnet sich die Anlage?

Das hängt von mehreren Faktoren ab: Anlagengröße, Eigenverbrauch, aktuellem Strompreis und dem Einspeisevergütung. Als grober Richtwert für eine typische Anlage im Rhein-Sieg-Kreis (Stand 2026):

Parameter Beispielwert
Anlagengröße 10 kWp
Jahresertrag (ca.) 9.500 kWh
Eigenverbrauchsquote ~35 % (ohne Speicher)
Strompreis (Haushalt) ca. 30 ct/kWh
Einspeisevergütung ca. 8,2 ct/kWh
Amortisationszeit (ca.) 10–13 Jahre

Mit einem Batteriespeicher steigt die Eigenverbrauchsquote auf 60–75 % – die Amortisationszeit verlängert sich durch die Mehrkosten etwas, dafür ist die Unabhängigkeit vom Netz deutlich höher.

Worauf kommt es bei der Planung an?

Dachausrichtung: Süd ist optimal, aber auch Süd-Ost oder Süd-West funktionieren gut. Reine Ost-West-Ausrichtung ist möglich und hat sogar Vorteile bei der Eigenverbrauchsoptimierung (flachere, aber länger anhaltende Produktion).

Dachneigung: Zwischen 25° und 40° ist ideal. Flachdächer funktionieren mit entsprechender Aufständerung ebenfalls gut.

Verschattung: Bäume, Nachbargebäude oder Dachgauben können die Leistung deutlich reduzieren – das muss vor der Planung sorgfältig geprüft werden.

Wallbox & Speicher: Wer ein Elektroauto hat oder plant, sollte eine Wallbox direkt miteinplanen – das steigert den Eigenverbrauch massiv.

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